Das Grundseminar

Im Grundseminar der Ausbildung steht die eigene Prozessarbeit im Vordergrund. Für eine verantwortungsvolle traumatherapeutische Begleitung ist es wichtig, die eigene Traumabiografie gut zu kennen, ein gut abgegrenztes Ich und eine bewusste körperliche Wahrnehmungsfähigkeit zu entwickeln. Ein klares und differenziertes Verständnis für innerpsychische Vorgänge sind notwendig.

Hierfür sind viele intensive Übungen zur inneren Selbsterkundung, Selbsterfahrung, Selbsterleben, Selbsterkenntnis und Selbstreflexion in Kleingruppenübungen vorgesehen sowie Aufstellungen in der Gruppe. 

Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, mehrere Anliegen im Grundseminar aufzustellen. Die Module des Grundseminars sind eine notwendige Voraussetzung, um im Aufbauseminar in das therapeutische Kompetenztraining einzusteigen. Wer schon Erfahrungen mit Psychotraumaarbeit hat oder die Weiterbildung bei Prof. Dr. Franz Ruppert absolviert hat, kann auch sofort in das Aufbauseminar einsteigen.


Das keimende Ich-Bewusstsein

Theoretische Inhalte Der Ausbildung

Im Zentrum steht die Vermittlung von Grundwissen über Trauma, Spaltung und Bindung auf der Basis der „identitätsorientierten Psychotraumatheorie“ und der Anliegenmethode nach Prof. Dr. Franz Ruppert, sowie Elementen aus körperbasierten Psychotraumatherapien von Somatic Experiencing (Peter Levine), NARM (Lawrence Heller), Bindungspsychotherapie (Karl-Heinz Brisch), Körperpsychotherapie (Thomas Harms).

 

Spezifische Themen des Grundseminars sind:

  • Grundlagen von Bindungstheorie und Bindungsstörungen
  • Frühes Trauma, Entwicklungstrauma und die Bedeutung für die psychische und körperliche Ich-Entwicklung
  • Trauma der Liebe als Ursache für die mehrgenerationale Übernahme von Traumagefühlen nach Prof. Dr. Franz Ruppert
  • Liebe: Liebesbedürftigkeit und Liebesfähigkeit
  • Neurobiologie des Traumas und Auswirkungen traumatischer Erlebnisse auf Körper, Psyche und Emotionen (Franz Ruppert, Peter Levine, Laurence Heller, Bessel van der Kolk)
  • Theorie der Individuation, Ich-Bildung, Identitätsentwicklung und Trauma der Identität nach Franz Ruppert
  • Theorie und Praxis der Anliegenmethode.
  • Das Anliegen: Das aktuelle Thema durch den Anliegensatz auf den Punkt bringen.
  • Wege der Traumaintegration durch Unterstützung der körperlichen Prozesse nach Peter Levine (Somatic Experiencing) und Laurence Heller (NARM)
  • Die Sprache des autonomen Nervensystems verstehen lernen.

 

Weitere Themen:

  • Bindungsbeziehungen: Paare, Eltern-Kind, Geschwister, Freundschaften, Beruf usw.
  • Aggression, Depression und gesunde Wut
  • Beruf und Berufung
  • Körper, Krankheiten und Gesundheit
  • Angst, Panik und Vertrauen
  • Macht und Ohnmacht
  • Sexualität und Missbrauch

Praktische Inhalte

  • Es besteht für jeden Teilnehmer während des Jahres die Möglichkeit, zwei bis drei eigene Anliegen in der Gruppe aufzustellen.
  • Erkennen und Verständnis der eigenen Traumabiografie
  • Erlernen der Fähigkeit von differenzierten Wahrnehmungen
  • Erwerben von Reflexionsvermögen über die eigenen inneren Vorgänge durch Übungen zu spezifischen Themen in Kleingruppen
  • Schulung und Training der Selbst- und Fremdwahrnehmung als Grundlage für die therapeutische empathische Prozessbegleitung
  • Achtsamkeits- und Feinfühligkeitstraining