Vergangene Sonderseminare


Scham und Schuld

Juni 2022

3. bis 5. Juni 2022

 

Seminarzeiten:

Freitag:  3. Juni von 10:00 bis 19:00 Uhr

Samstag: 4. Juni von 9:00 bis 18:30 Uhr

Sonntag: 5. Juni von 9:00 bis 14:00 Uhr

 

Seminargebühr:
340 € inklusive Pausenverpflegung (ohne Mittagessen)

 

Seminarort:

Schulungsräume in der Fotogärtnerei Strauß
Günzenhauserstr. 15
84072 Au in der Hallertau

 

Anmeldung:

kontakt@schule-ichentwicklung.de 

"Scham und Schuld" ist ein sehr wichtiges Thema, dass uns alle im Leben unangenehm begleitet.

Wie würden wir unser Leben, unsere Beziehungen, unseren Selbstkontakt, unsere Lebenskraft, unsere Liebesfähigkeit, unsere berufliche Arbeit usw. gestalten, wenn uns nicht die tief in unseren Zellen verankerte Scham und die uns klein machende Schuld blockieren würde?

 

Gibt es überhaupt „gesunde“ Scham- und Schuldgefühle? Wenn ja, welche Aufgabe haben sie und wann müssen wir bereit sein, im Sinne unserer persönlichen Entwicklung, uns auch mal "schuldig" zu machen?

Gesunde Scham und Schuld hilft uns, mit anderen Menschen in Beziehung zu gehen. Sie ist Ausdruck und Notwendigkeit unserer natürlichen Intimitätsgrenze. Durch sie sind wir in der Lage, Verantwortung zu übernehmen, uns selbst und andere vor Verletzung zu schützen und Würde, Respekt und Aufrichtigkeit mit anderen Menschen wiederherzustellen.

Da wir nicht mit Scham und Schuld geboren wurden, werden wir der Frage nachgehen, wann und warum sich das Gefühl von traumatischer Scham und Schuld in uns entwickelt und wozu diese Überlebensstrategie in der frühen Kindheit notwendig war.  Gibt es auch mehrgenerational übernommene Scham- und Schuldgefühle?

 

In dem Themenseminar werden wir uns die vielfältigen psychischen, emotionalen und körperlichen Erscheinungsformen und die Folgen dieser negativen Selbstwahrnehmung anschauen.

 

In der ICH-orientierten Identitätstherapie gibt es einen Weg diese unangenehmen, hemmenden und frustrierenden Gefühle zu integrieren, ohne dabei mit sich selbst in einen Kampf treten zu müssen. Durch tiefes Verstehen, Annehmen und Entwicklung von Mitgefühl für uns selbst und unseren tief verletzten inneren Kindanteile können wir die fest verwurzelte Scham und Schuld integrieren und uns so zu freien, selbstverantwortlichen und selbstbestimmten erwachsenen Menschen entwickeln. Wir werden uns intensiv theoretisch und praktisch mit dem Thema auseinandersetzen.

 

Das Seminar richtet sich an KollegInnen und Interessierte, die beruflich mit Menschen zu tun haben oder mit ihnen therapeutischen arbeiten. Ebenso ist es für Personen geeignet, die Traumatisierungen erlebt haben, oder die an dem Thema für sich selbst interessiert sind.

 

Die Aufstellungsplätze mit Anliegen zu dem Thema werden ausgelost. Ich begleite die Selbstbegegnungen wieder mit lehrtherapeutischen Unterbrechungen, damit meine Intentionen der Prozessbegleitung, meine Interventionen, Erklärungen und Kommentare nachvollziehbar sind und so ein tieferes Verständnis für die inneren Bewusstseins- und Selbstintegrationsvorgänge verständlich werden. 


Das sexuelle Trauma

und seine Folgen

März 2022

An diesem Wochenende beschäftigen wir uns mit dem sexuellen Trauma und seine Folgen für Körper und Psyche. 

 

Ein in der Kindheit erlebtes sexuelles Trauma führt zu Störungen in der Beziehung zum eigenen Körper, seinen Bedürfnissen und blockiert häufig das freie Erleben der eigenen sexuellen Lust. 

Dieses Trauma wird meist von viel Scham (auch Schamlosigkeit) und Schuld begleitet, die den Menschen bei der freien Entfaltung seiner individuellen Ausdruckskraft hemmt.

An diesem Wochenende werden wir gemeinsam erforschen, welche zusätzlichen Traumatisierungen ein sexuelles Trauma begleiten und welche psychischen Hindernisse im Klienten die Integration erschweren. 

 Wie beeinträchtigt das Trauma der Sexualität die Fähigkeit erfüllte Paarbeziehungen leben zu können? Was braucht es, um die eigene gesunde sexuelle Identität zu finden?  

 

Welche Auswirkungen hat das sexuelle Trauma der Mutter und des Vaters für die nachfolgenden Generationen (Kinder und Enkel) und warum und über welchen Weg kommt es zur Übernahme und Verstrickung mit den Fremdgefühlen der Vorfahren. 

Wie wird die emotionale Bindungsfähigkeit von Mutter und Vater zu ihren Söhnen und Töchtern durch ihren sexuellen Missbrauch beeinflusst? 

Bei der allgemeinen psychotherpeutischen Arbeit findet diese mehrgenerationale Dynamik leider häufig wenig Beachtung. Es ist aber für die eigene Identitätsentwicklung sehr wichtig zu unterscheiden, welche Traumagefühle gehören zu mir und mit welchen bin ich verstrickt. Was habe ich erlebt und was meine Eltern oder Großeltern. Hier ist es wichtig die evtl. eigene sexuelle Traumatisierung von der meiner Vorfahren unterscheiden zu können. Welche Bewusstseinsprozesse sind notwendig, um eine Loslösung aus den Verflechtungen mit Fremdgefühlen zu ermöglichen, um die eigene sexuelle Identität entwickeln zu können.   

 

 



Die therapeutische Begleitung von ICH-Begegnung in der Gruppe

November  2021

An diesem Sonderseminar werden wir das ganze Wochenende ICH-Begegnungen in der Gruppe mit Unterbrechungen machen. Ich werde die Prozesse an passender Stelle unterbrechen. Wir werden in der Gruppe reflektieren, was wir in der Interaktion des Klienten mit seinen Selbstanteilen im Moment des gegenwärtigen Erlebens sehen, beobachten, wahrnehmen und verstehen können. Weiterhin erkunden wir gemeinsam welche Rückschlüsse wir daraus auf die Qualität der Bindungsbeziehungen der frühen Kindheit ziehen können, wie es sich in dem Begegnungsprozess mit dem ICH zeigt und welche therapeutische Interventionen sich daraus ergeben, die angemessen, unterstützend und hilfreich für die Ich-Anbindung und Selbstintegration sind.

 

Diese Art des therapeutischen Trainings erhöht die Wahrnehmungsfähigkeit für die inneren neuroaffektiven Zustände des Klienten und das Erkennen und Verstehen der nonverbalen Körpersprache, die sich in den intimen Begegnungsprozessen mit dem ICH und den gesunden Selbstanteilen zeigen.

 

Weiterhin werden wir prozessbezogen die praktische Theorie der Themen im Anliegen (und seine unterschiedlichen Ebenen) nachbesprechen und dadurch vertiefen und klären.  

 

Als Traumatherapeut ist es für die Unterstützung der Traumaintegration unerlässlich, über ein tiefes Verständnis des unbewusst in der Psyche verankertes Bindungsschutzsystem zu verfügen, das die Selbstanbindung und dadurch die individuelle ICH-Werdung verhindern kann.

Auf jeden Fall ein lehrreiches, interessantes, berührendes, erkenntnisreiches und wohlwollendes Wochenende, getragen durch gegenseitiges Mitgefühl.