Die innere Grundhaltung des Therapeuten von TIRA

In der Arbeit mit TIRA steht eine respektvolle, nicht wertende Haltung im Mittelpunkt. Jeder Klient wird in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen, und das, was im Hier und Jetzt in ihm geschieht, wird mit wohlwollender, offener und einladender Aufmerksamkeit begleitet und co-reguliert.

Dabei liegt der Fokus nicht darauf, Lösungen vorzugeben, sondern den Prozess der Selbsterforschung und Selbsterkundung zu unterstützen. Gemeinsam wird z.B. entdeckt: „Wie erlebst du dich gerade, wenn du diese Wahrheit deiner Kindheit erkennst?“

Der Therapeut ist nicht die primäre Bezugsperson, sondern ein behutsamer Begleiter, der die Autonomiebestrebungen des Klienten achtet und ihn in der Rückanbindung an sein eigenes gesundes ICH unterstützt. Die inneren Stärken und Potenziale des Klienten werden gesehen, während gleichzeitig abgelehnte, traumatisierte oder schmerzhafte Anteile in der wertfreien, wohlwollenden Atmosphäre Raum erhalten. Widerstände werden respektvoll anerkannt und sorgsam behandelt.

Es geht nicht darum, schmerzhafte Erfahrungen zu verdrängen, zu beschönigen oder Spaltungen zu optimieren, sondern sie bewusst wahrzunehmen und zu verstehen. Ziel ist die Stärkung des Ichs sowie die Rückbindung des verletzten Kindes an das erwachsene Selbst im Hier und Jetzt, sodass die kindliche Realität von damals und die Perspektive des heutigen Erwachsenen miteinander in Beziehung treten und durch liebevolles Selbstmitgefühl integriert werden könne

Durch diesen Prozess kann der Klient Selbstkontakt entwickeln und sich wieder lebendig, verbunden und in Beziehung zu sich selbst erleben. Der Therapeut steht dabei in Resonanz mit dem neuroaffektiven Erleben des Klienten, spiegelt sowohl positiv als auch konfrontierend, kommentiert, erklärt und co-reguliert.

Zentral ist, dass der Klient selbstverantwortlich bleibt – TIRA will niemanden „retten“ oder strebt "Lösungen" an, sondern Hilfe zur Selbsterkenntnis, Autonomie, Selbstbestimmung und Eigenverantwortung geben.

Besonders die abgelehnten, traumatisierten Kindanteile dürfen sichtbar werden, und der Klient wird dabei unterstützt, Mitgefühl für sich selbst als Kind zu entwickeln – vom erwachsenen ICH zum inneren ICH im Kind. Auf diese Weise entsteht ein sicherer Raum, in dem Selbsterkenntnis, Heilung und innere Verbindung Schritt für Schritt möglich werden.