Wenn wir und unsere Klienten den mutigen Entschluss fassen, uns mit unseren früh traumatisierten Erfahrungen und den damit verbundenen Gefühlen von Hilflosigkeit, Ohnmacht, Todesangst, Trauer, Schmerz und Verlassenheit zu stellen, beginnen wir, unsere gesunden Anteile zu stärken.
Dieser Prozess der Konfrontation und des gefühlten Kontakts mit unseren inneren frühkindlichen Ur-Schmerzen ermöglicht es uns, nach und nach mehr Energie freizusetzen und unser Leben selbstbestimmt zu führen.
Mit der Zeit entwickeln wir eine gesteigerte Bereitschaft und erweiterte emotionale Fähigkeiten (mehr ICH-Särke), um uns weiteren traumatischen Erlebnissen und den daraus resultierenden Gefühlen zu stellen.
Ein Mensch, der ein Trauma therapeutisch bearbeitet und die dadurch entstandenen inneren Spaltungen integriert hat, wird präsenter in seiner Realität, seinen Beziehungen und seinem Leben.
Der Lohn dieser intensiven Auseinandersetzung der Traumabearbeitung und der Integration abgespaltener Gefühle zeigt sich in der Fähigkeit der Psyche, einen größeren Sinn für die innere und äußere Realität zu entwickeln.
Durch den bewussten Kontakt mit den eigenen Gefühlen gelingt es, jederzeit die eigene Stimmigkeit zu überprüfen und so zu handeln, dass es dem eigenen Wohl und den eigenen Werten entspricht.
Die TIRA ist somit ein Weg der intensiven Auseinandersetzung mit den eigenen frühkindlichen Bindungs- und Entwicklungstraumen.
Sie belohnt uns mit größerer Klarheit und liebevoller Präsenz.
Das Ziel dieser Traumaintegration ist es, die Psyche in die Lage zu versetzen, sich der eigenen Realität zu stellen. Sie gibt uns die Zuversicht und Handlungskraft, das, was nicht mehr zu uns und unserem Leben passt zu verändern. Auf diesem Weg können inneres Wachstum, reife Erkenntnisliebe, Selbstbestimmung, Eigenständigkeit, gefühlsmäßige Klarheit und persönliche erwachsene Reife entstehen.
Wenn wir also den Entschluss fassen, uns selbst – unsere Lebens- und Reaktionsmuster – mit Offenheit und Mitgefühl kennenzulernen, sie bewusst wahrzunehmen und zu erforschen, kommen wir den Spuren jener Schutz- und Überlebensstrategien näher, die einst unserem emotionalen Überleben dienten. Sie entwickelten sich als sinnvolle Anpassungsleistungen an frühe Beziehungserfahrungen und Entwicklungstraumatisierungen. Damals schützten sie uns; heute können dieselben Muster einem selbstbestimmten Leben und lebendigen Beziehungen im Weg stehen.
Mit jedem Schritt der Integration wächst die Möglichkeit, diesen Schutzstrategien mit Mitgefühl zu begegnen. Wir können anerkennen, dass sie Teil unserer Lebensgeschichte sind und eine wichtige Funktion erfüllt haben. Aus der Perspektive des erwachsenen Selbst wird es möglich, ihnen mit Bewusstheit, Verständnis und liebevoller Neugier zu begegnen. So verlieren sie nach und nach ihre bindende Kraft und es entsteht Raum für neue Erfahrungen, innere Freiheit und eine tiefere Verbundenheit mit dem eigenen Wesen.
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